Dewa Sanzan – three sacred mountains in Northern Japan Part 1–Dewa Sanzan – zu den heiligen drei Bergen im Norden Japans Teil 1

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“Six hundred sixty five”, “Six hundred sixty five” with wild gestures, the older man with the white hat, underlines this figure. We are in the midst of a forest of mighty cedars and Japanese sugi pines at the foot of an ancient, steep staircase, which seems to disappear somewhere between the trees. He points to a moss-groomed stone post with Japanese characters and once again to the stairs. He shows us its inclinations with his hand. The whole is underlined by sounds of effort. His three companions join from behind.  In short concise sentences, he tells them something in Japanese, and all four begin to laugh. The man, his wife and another couple are on a pilgrimage to Haguro-san.

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This sacred mountain is one of the three sacred mountains of Dewa Sanzan, located in the North-Japanese province of Dewa, in the Bandai-Asahi National Park in Yamagata Prefecture. The mountain group consists of Haguro-san (414m), Gas-san (1984m) and Yudono-san (1500m), situated in a landscape with exceptional wild beauty, offering hidden ancient cultural treasures. It is the most visited pilgrimage site in North Japan. Each of these three mountains is regarded as Japanese incarnations of Buddhist deities. The shrine of Haguro-san symbolizes the birth. The shrines on the Gas-san death and the on the Yudono-san the rebirth. The shrines are visited by pilgrims in the mentioned order. Haguro-san can be described as the religious center of the three mountains. The pilgrimage starts in the small village of Togo. The small straw-covered houses of the village have been inhabited for generations by members of the Shugendō and are used as pilgrims’ hostels. Shugendō means “way of exercises to reach spiritual forces”. It is an ancient Japanese, syncretic religion whose followers, a loose union of monks and laity, the Shugendō, Shugenja or Yamabushi, perform magical-religious rituals and ascetic practices in the mountains. The goal is the sokushin-jōbutsu (Buddha-becoming in this life) and the attainment of supernatural abilities.  The climb to Haguro-san is marked by the important temple Koganedo (“Golden Hall”). The red building, dating from 1193, was built of the first shōgun of the Kamakura period Minamoto no Yoritomo.

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First after the ritual washing we are allowed to pass through the red-painted Torii Zuishin-mon. A Torii marks the entrance to a Shinto Shrine, a sacred area. The 1.7 km long path to Haguro-san leads us over Japan´s longest staircase with 2446 steps. Its construction lasted for centuries. One should know that 33 sake cup, pumpkin and loupe flower engravings can be found on the stone steps. The one who is lucky to discover all 33 engravings on the way to the top gets his wishes fulfilled. Walking through these ancient, quiet crescent and cedar forests resembles a meditation. 400 of the cedars growing here were declared national heritage, being approximately 300 to 500 years old. The oldest tree among them, is 1000-years-old. In the forest stands the five-storey pagoda gojunotō or gojutō, which was built in 980 and restored in large parts of the 14th century, is situated in the immediate vicinity of Jiji Sugi. Japanese pagodas are mostly made of wood and have an odd number of floors. The buildings stand for the presence of Buddha and signify a place of his worship. Pagodas can be found in many Shinto shrines in Japan, as Shintoism and Japanese Buddhism were closely interwoven for centuries. The tea house Nidan-no-chaya can be found halfway up. Here we can enjoy handmade Mochi, Japanese rice cake, and green tea while we enjoy the view of the Shonai plain.

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„Six hundred sixty five“, „Six hundred sixty five“ mit wilden Gesten unterstreicht der ältere Mann mit dem weißen Hut diese Zahl. Wir stehen uns inmitten eines Waldes aus mächtigen Zedern und Sicheltannen am Fuße einer uralten, steilen Steintreppe gegenüber, die irgendwo zwischen den Bäumen zu verschwinden scheint. Unter seinem modernen Sonnenhut schauen uns in einem wettergegerbten Gesicht dunkle, wache Augen an. Er deutet auf einen moosbewachsenen Steinpfosten neben der Treppe auf dem japanische Schriftzeichen zu lesen sind und zeigt nochmals auf die Treppe. Mit seiner Hand zeigt er uns  deren Neigung an. Das ganze wird durch Laute der Anstrengung unterstrichen. Von hinten sind nun auch seine drei Begleiter erschienen. In kurzen knappen Sätzen erzählt er ihnen etwas auf Japanisch und alle vier fangen an mit gebotener japanischer Zurückhaltung zu lachen. Der ältere Mann pilgert mit seiner Frau und einem weiteren Ehepaar auf den Haguro-san.

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Dieser heilige Berg gehört zu den drei heiligen Bergen von Dewa Sanzan, die in der nordjapanischen Provinz Dewa, im Bandai-Asahi-Nationalpark in der heutigen Präfektur Yamagata liegen. Die Berggruppe bestehen aus dem Haguro-san (414m), Gas-san (1984m) und Yudono-san (1500m) liegt in einer Landschaft mit außergewöhnlicher, wilder Schönheit und bietet versteckte uralte Kulturschätze. Es ist die meistbesuchte Pilgerstätte Nordjapans. Jeder dieser drei Berge wird als japanische Inkarnation buddhistischer  Gottheiten angesehen. Der Schrein des Haguro-san symbolisiert die Geburt. Die Schreine auf dem Gas-san den Tod und der auf dem Yudono-san die Wiedergeburt. Die Schreine werden von den Pilgern in der genannten Reihenfolge besucht. Der Haguro-san kann aber als das religiöse Zentrum der drei Berge bezeichnet werden.

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Wer auf ihn gelangen möchte muss nach Togo kommen. Die kleinen strohbedeckten Häuser des Ortes werden seit Generationen von den Mitgliedern des Shugendō bewohnt und als Pilgerherbergen genutzt. Shugendō kommt aus dem japanischen und bedeutet etwa „Weg der Übungen zum Erreichen spiritueller Kräfte“. Es ist eine alte japanische, synkretische Religion, deren Anhänger, ein lockerer Zusammenschluss von Mönchen und Laien, die Shugendō, Shugenja oder Yamabushi, magisch-religiöse Rituale und asketische Praktiken in den Bergen vollziehen. Ziel ist das sokushin-jōbutsu (Buddha-Werden in diesem Leben) und das Erlangen von übernatürlichen Fähigkeiten. Zum Wohl der Bevölkerung werden diese zum Beispiel in Form von Wahrsagerei eingesetzt.

Der Anstieg zum Haguro-san wird durch den bedeutenden Tempel Koganedo („Goldene Halle“) markiert. Das aus dem Jahre 1193 stammende rote Gebäude wurde vom ersten Shōgun der Kamakura-Zeit Minamoto no Yoritomo errichtet mit der Bitte für eine siegreiche Schlacht. Erst nach der rituellen Reinigung an einem chōzuya mit traditionellen Schöpfkellen aus Bambus durchschreiten auch wir den rotlackierten Torii  Zuishin-mon. Ein Torii markiert den Eingang zu einem Shintō Schrein, also den Beginn des Heiligen Bezirks. Der 1,7 km lange Weg auf den Haguro-san führt uns über die längste Treppe Japans mit 2446 Stufen. Deren Bau dauerte den Hauptpriester Ten’yu Bettō im 17. Jahrhundert ganze 13 Jahre. Man sollte dabei  wissen, dass 33 Sake-Tassen-, Kürbis- und Loutusblumengravierungen auf den Steinstufen zu finden sein sollen. Derjenige, der alle 33 Gravierungen auf dem Weg nach oben entdecken kann, bekommt seine Wünsche erfüllt. Das Wandern durch diese  uralten, stillen Sicheltannen- und Zedernwälder gleicht einer Meditation. 400 der hier wachsenden Zedern wurden zum Nationalgut erklärt, da sie zwischen 300 und 500 Jahren alt sind.

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Der älteste Baum unter ihnen, der 1000 Jahre alte, riesige Jiji Sugi mit einem Stammdurchmesser von zehn Metern wird von einem Shimenawa umschlungen. Dies ist ein geschlagenes Tau aus Reisstroh und dient in Shintō Schreinen oder in der freien Natur als Symbol der Anwesenheit göttlicher Präsenz. Diese Taue trennen die Welt der Götter von der diesseitigen Welt. In unmittelbarer Nähe zum Jiji Sugi steht zwischen den Bäumen die fünfstöckige Pagode gojunotō bzw. gojutō, die 980 erbaut und im 14. Jahrhundert in großen Teilen restauriert wurde. Japanische Pagoden sind meistens aus Holz gefertigt und weisen eine ungerade Anzahl von Stockwerken auf. Die Gebäude stehen für die Anwesenheit Buddhas und bezeichnen eine Stätte seiner Verehrung. Pagoden sind in Japan auch in Shintō Schreinen zu finden, da der Shintoismus und der japanischer Buddhisums Jahrhunderte lang eng verwoben waren.

Etwa auf halben Weg nach oben findet man das Teehaus Nidan-no-chaya. Hier können wir  handgemachtes Mochi, japanischen Reiskuchen, und grünen Tee genießen, während wir die Aussicht auf die Shonai-Ebene genießen.

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